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Tauschbörsen: Zurück in die Zukunft

Den Tauschhandel werden Sie nur aus drei Zusammenhängen kennen: Vom Schulhof, auf dem sie im zarten Alter von acht Jahren ein schweizer Offizierstaschenmesser gegen zwanzig 1.-FC-Köln-Sammelbildchen eingetauscht haben (und dafür gehörig Zunder von Ihrer Mutter bezogen haben), aus dem ehemaligen Ostblock, wo das Geld ohnehin nichts wert war -- und aus dem Geschichtsunterricht, als Verfahren des Warentausches, als es noch kein Geld gab. 

Handeln wie Kinder, Kommunisten oder wie vorgeschichtliche Menschen: Können Websites, die den Tauschhandel ermöglichen, wirklich funktionieren? Prominente Risikokapitalisten sagen: Wetten, dass? Denn schaut man genauer hin, sieht man, dass Tauschen nicht so unüblich ist: 16 Milliarden Dollar setzten US-Unternehmen im vergangenen Jahr mit Tauschen um, das entspricht immerhin 0,2 Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Am häufigsten tauschen Radiosender, Druckereien, Ferienzentren sowie Kleinbetriebe, die einen Teil ihrer Produkte auf anderem Wege nicht loswerden würden. Weltweit wurden rund 64 Milliarden Dollar umgesetzt, so die International Reciprocal Trade Association

Eine ganze Reihe neuer Websites wollen dieses Potenzial nutzen und zu Foren für den Tauschhandel werden. Interessanteste Neuerscheinung ist die Business-to-Business-Site Bigvine.com, die mit bisher 50 Millionen Dollar finanziert wird von American Express, Kleiner, Perkins, Caufield & Byers sowie von Kohlberg, Kravis, Roberts & Co. Gründer Bippy Siegal will Bigvine zur führenden Tauschbörse für Unternehmen machen. Die Firma plant, ein Mailing an zwei Millionen Kleinbetriebe zu schicken, die American-Express-Kunden sind, um sie auf den neuen Dienst aufmerksam zu machen. Das Geschäftsmodell: Beide Partner in einem abgeschlossenen Tausch sollen eine 5%-Komission auf den Warenwert an Bigvine bezahlen. 

BarterTrust.com, eine weitere B2B-Site, hat mehrere traditionelle Tauschbörsen aufgekauft und will sie in einen US-weiten Internetmarkt umwandeln. Hier haben Venture Capitalists sogar 55 Millionen Dollar angelegt. Diese Woche könnte eine weitere Gruppe von Investoren, zu der auch General Motors gehört, weiteres Geld einschießen. Bartertrust will von seinen Kunden zwischen 4 und 8 Prozent des Transaktionswertes einnehmen. 

Drittes B2B-Tauschforum ist UBarter.com, das vor kurzem der Online-Shop ShopNow.com für 45 Millionen Dollar erworben hat. Intellibarter hingegen zielt auf private Nutzer und soll in erster Linie Sammler ansprechen. 

Nur die Zeit wird zeigen, ob Tauschbörsen abheben werden. Aber vielleicht stehen die Chancen dafür gar nicht mal so schlecht. Denn ironischerweise ist es gerade der fortschrittlichste aller Wirtschaftszweige, dessen Firmen im großen Maßstab Tauschhandel betreiben: das Internet. Für Websites gehört es zur Routine, unverkauftes Online-Anzeigeninventar gegen Print-, Radio- oder Fernsehwerbung zu tauschen – oder gar für Produkte und Dienstleistungen.

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