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August 1999 - Spezial

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Nach dem Crash der Web-Aktien: 
Welche Aktien jetzt kaufen?

Als ich im August-Newsletter die 25 wichtigsten Internetfirmen nach Ihren Gewinnaussichten für Anleger nach dem Crash bewertet habe, habe ich die folgenden Finanzkennziffern verwendet: 

  • Gewinn-Kurs-Verhältnis. Wieviel Euro Gewinn erzielt ein Unternehmen pro angelegtem Euro?

  • Umsatz-Kurs-Verhältnis. Wieviel Euro Umsatz erzielt eine Firma pro angelegtem Euro?

  • Kursverlust seit dem Internet-Aktiencrash, der Mitte April begonnen hat.

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis. Wie hoch ist eine Firma bewertet im Vergleich zu den Gewinnen, die sie erzielt?

Erinnern wir uns daran: Es ging darum, Firmen zu finden, die sowohl Umsatz erzeugen als auch Gewinn einfahren. Warum also habe ich ausgerechnet diese Merkmale verwendet?

Es gibt zwei mögliche Gewinnquellen für einen Aktienanleger, Dividenden und Kursgewinne. Beide ergeben sich aus einem möglichst hohen Unternehmensgewinn. Je höher der Gewinn einer Aktiengesellschaft ist, desto wahrscheinlicher ist es,

  • dass sie eine Dividende an Sie ausschüttet,
  • und dass viele Anleger Aktien dieser Gesellschaft kaufen (um Miteigentümer einer profitablen Firma zu sein), so dass ihr Kurs steigt.

Der Gewinn einer Firma ergibt sich, indem Sie von ihrem Umsatz die Ausgaben abziehen, die sie hatte. Sie müssen diesen Wert nicht selbst berechnen. Er ist in der Regel Bestandteil jedes Firmenprofils.

Der absolute Gewinn einer Gesellschaft sagt aber nicht unmittelbar etwas aus über Ihre Chancen, dass die Firmenentwicklung Ihnen einen Gewinn bescheren wird.

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Gewinn-Kurs-Verhältnis

Einen besseren Eindruck hiervon erhalten Sie, wenn Sie den Firmengewinn ins Verhältnis setzen zu dem Geld, dass Sie in Aktien dieser Firma angelegt haben. Das Gewinn-Kurs-Verhältnis sagt Ihnen, wieviel Euro Gewinn ein Unternehmen erzielt hat pro Euro, den Sie in dessen Aktien anlegen (oder Dollar, wie in der Tabelle). Es ist also Ausdruck der betriebswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dieser Gesellschaft im Verhältnis zu den von Ihnen eingesetzten Mitteln. Es sagt: Hier gibt’s die meisten Gewinnchance pro Euro, den Sie einsetzen.

So berechnen Sie das Gewinn-Kurs-Verhältnis: Sie erhalten diesen Wert, indem Sie den Gewinn pro Aktie durch den Preis pro Aktie teilen. Den Gewinn pro Aktie erhalten Sie, indem Sie den Gewinn, den das Unternehmen erzielt hat, durch die Zahl der Aktien teilen, die von ihm bestehen. Der Preis pro Aktie ist – na klar: der Aktienkurs.

Beispiel: AT&Ts Gewinn in den letzten zwölf Monaten betrug 7,727 Milliarden Dollar. Teilen Sie diesen Wert durch die 3,18 Milliarden bestehenden AT&T-Aktien, erfahren Sie, dass der Gewinn pro Aktie bei 2,43 Dollar lag. Der Aktienkurs betrug am 3. August genau 50,875 Dollar. AT&T hatte also in den vergangenen zwölf Monaten ein Gewinn-Kurs-Verhältnis von 4,78% (2,43 Dollar geteilt durch 50,785 Dollar). Mit anderen Worten: Der Telekom-Gigant hat 4,78 US-Cent Gewinn erwirtschaftet pro Dollar, den Sie heute einsetzen, um Aktien des Unternehmens zu kaufen.

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Umsatz-Kurs-Verhältnis

Der Gewinn eines Unternehmens fußt auf dem Umsatz, den es erzielt hat. Einen Gewinn kann nur erzielen, wer vorher einen Umsatz erzeugt hat (= Einnahmen aus Produktverkäufen). Je höher der Umsatz, desto besser die Ausgangslage für einen hohen Unternehmensgewinn. Und je höher der Umsatz in Euro, den eine Firma erwirtschaftet hat pro Euro, den Sie in Aktien dieses Unternehmens anlegen (oder Dollar, wie in der Tabelle), desto besser sind die Aussichten auf einen zukünftigen hohen Gewinn aus Ihrer Aktienanlage. Dies bewerten wir mit dem Umsatz-Kurs-Verhältnis. Hat eine Firma ein hohes Gewinn-Kurs-Verhältnis und ein hohes Umsatz-Kurs-Verhältnis (so wie AT&T), dann hat sie gute Chancen, auch in der Zukunft hohe Gewinne zu erzielen. Hat eine Firma ein relativ niedriges Gewinn-Kurs-Verhältnis, aber ein hohes Umsatz-Kurs-Verhältnis (so wie Sun Microsystems), dann hat sie in der Zukunft gute Chancen, bessere Gewinne zu erzielen.

So berechnen Sie das Umsatz-Kurs-Verhältnis: Sie können das Umsatz-Kurs-Verhältnis leicht errechnen, indem Sie den Unternehmensumsatz pro Aktie teilen durch den aktuellen Kurs einer Aktie. Den Unternehmensumsatz pro Aktie errechnen Sie, indem Sie den Umsatz des Unternehmens teilen durch die Zahl der Aktien, die von diesem Unternehmen existieren.

Beispiel: AT&T hatte in den vergangenen zwölf Monaten einen Umsatz von 57 Milliarden Dollar und 3,18 Milliarden Aktien. Der Umsatz pro Aktie betrug also 17,92 Dollar (57 Milliarden Dollar geteilt durch 3,18 Milliarden Aktien). Der Preis pro Aktie (der Aktienkurs) betrug 50,875 Dollar. Der Umsatz in Dollar pro Dollar, den Sie heute investieren, beträgt also 0,35 Dollar.

Mit diesen Kennziffern, Gewinn-Kurs-Verhältnis und dem Umsatz-Kurs-Verhältnis, gewinnen Sie einen Eindruck von der gegenwärtigen Gesundheit einer Gesellschaft. Die Firmen in unserer Tabelle sind nach diesen Merkmalen geordnet: Ich habe für jedes Unternehmen das entsprechende Gewinn-Kurs-Verhältnis mal genommen mit dessen Umsatz-Kurs-Verhältnis und die Firmen entsprechend geordnet.

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Kursverlust

Doch wie gewinnen Sie ein Gefühl dafür, ob sich eine gesunde Einnahme- und Gewinnlage auch in einem steigenden Kurs niederschlagen wird? Einen ersten Eindruck erhalten Sie, wenn Sie sich den Kursverlust seit dem Internet-Aktiencrash ansehen, der Mitte April begonnen hat. Denn jene Unternehmen, die den größten Kursverlust hatten, haben auch das größte Potential, dass ihr Kurs zunimmt -- vorausgesetzt, die entsprechende Firma ist gesund nach den oben genannten Kriterien.

So berechnen Sie den Kursverlust: Teilen Sie einfach dem aktuellen Kurswert einer Firma durch ihren Höchstwert in den vergangenen Monaten.

Beispiel: 3Coms Kurs lage im Februar bei 51,25 Dollar, Anfang August stand er bei 24,0625. 24,0625 geteilt durch 51,25 ergibt 0,47 oder, dass der aktuelle Kurs lediglich 47% des Höchstwertes beträgt. Oder anders herum ausgedrückt: 3Com hat seit Februar diesen Jahres 53% Kursverlust erlitten.

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Kurs-Gewinn-Verhältnis

Der zweite Hinweis kommt aus der Firmenbewertung oder dem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es setzt den Firmenwert ins Verhältnis zum ihrem Gewinn. Es sagt Ihnen, um das Wievielfache Anleger ein Unternehmen höher bewerten als dessen Gewinn. Diese Zahl bedeutet gleichermaßen: Wieviele Jahre muss einen Firma einen Gewinn in der entsprechenden Höhe einfahren, um den Firmenwert zu erreichen? Ist dieser Wert hoch, glauben die Investoren, dass ein Unternehmen in Zukunft massiv höhere Gewinne erzielen wird. Dies gilt in der Regel für junge Firmen, denen man ein großes Zukunftspotential voraussagt. Sehen Sie sich nur einmal Real Networks oder E-Bay an! Ist der Wert niedrig, bewerten die Anleger die Zukunftsaussichten als moderat. Dies ist normalerweise bei älteren, etablierten Firmen der Fall, bei denen aber die Fantasie auf Zuwächse niedriger ist, die aber auch solider sind als junge Firmen. 

Wenn wir uns die Tabelle ansehen, dann erkennen Sie, dass jene Gesellschaften, die dort als solide eingestuft sind, gleichzeitig relativ niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben, und umgekehrt. Je niedriger der Faktor, desto solider sollte eine Firma in den kommenden Jahren abschneiden. Alle Firmen, die einen Faktor von  weniger als 100 haben, sind relativ solide, jene, die unter 50 liegen, werden als Fels in der Brandung stehen.

So berechnen Sie das Kurs-Gewinn-Verhältnis: Berechnen Sie zunächst den Firmenwert, indem Sie den aktuellen Aktienkurs einer Gesellschaft multiplizieren mit der Zahl der existierenden Aktien. Teilen Sie diese Zahl dann durch den Gewinn dieser Firma in den vergangenen zwölf Monaten.

Beispiel: Oracles Firmenwert beträgt 53,4 Milliarden Dollar (37,125 Dollar mal 1,44 Milliarden Aktien). Ihr Gewinn lag bei 1,253 Milliarden Dollar. Teilen Sie nun 53,4 durch 1,253, dann erhalten Sie als Kurs-Gewinn-Verhältnis die Zahl 43. Oracles Firmenwert wird also als 43-mal so hoch angesehen wie der Unternehmensgewinn der vergangenen zwölf Monate.

Nehmen wir diese vier Faktoren zusammen, dann empfehlen sich die folgenden Unternehmen besonders als Gewinnkandidaten:

  • 3Com,
  • IBM ,
  • AT&T
  • und Oracle.

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All dies steht allerdings unter einem Vorbehalt: Wir versuchen, mit Zahlen aus der Vergangenheit, die zukünftige Performance einer Firma vorauszusagen. AT&T hatte in den vergangenen zwölf Monaten einen hohen Gewinn? Das bedeutet nicht, das AT&T auch im kommenden Jahr profitabel sein wird – es ist lediglich ein Indiz, dass dies der Fall sein wird.

Nota bene: Weder ich noch die Brightheads PR & Marketing Consulting GmbH haften, falls Sie aufgrund der o. a. Informationen Aktien kaufen oder verkaufen und dabei Geld verlieren sollten. Geld in Aktien anzulegen, ist risikoreich. Noch riskanter ist es, Geld in Internet-Aktien anzulegen. Sie müssen damit rechnen, Ihr gesamtes Investment in Internetaktien zu verlieren. Aktienanlage sollte langfristig betrieben werden. 

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